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Im Müll gewühlt - Problem entdeckt

Von: dpa

Meldung vom 21.01.2014

Ab Klasse 4  

Quiz von Silke Fokken

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Berlin (dpa) - Sie banden sich einen Mundschutz um, zogen Handschuhe an und machten sich an die Arbeit: Fachleute haben sich durch Berge von Abfall gewühlt. Fünf Tonnen stinkenden Hausmüll durchsuchten sie: alles für die Wissenschaft. Denn die Forscherinnen und Forscher hatten bei der Aktion bestimmte Fragen im Sinn: zu unserem Essen.

Wie viel Essen landet bei uns im Abfall? Und wie viel davon wäre eigentlich noch essbar? Das wollten die Fachleute wissen. Ihr Ergebnis nach zehn Wochen "Müll-Forschung": Etwa ein Drittel des Abfalls waren Lebensmittel, also ein großer Teil. Und die Hälfte davon hätte man nicht wegwerfen müssen. Das Essen war noch nicht schlecht oder verdorben, sondern durchaus noch essbar.

Vom Schrumpel-Apfel bis zum Essensrest wirft jeder Mensch in Deutschland im Durchschnitt 82 Kilogramm Lebensmittel in den Müll. Zum Vergleich: Ein Kilogramm wiegt oft eine Packung Mehl. Im Durchschnitt heißt: Der eine wirft mehr, der andere weniger weg. Gemüse wandert besonders oft in den Müll. Es wird falsch aufbewahrt oder nicht rechtzeitig gegessen, fanden die Fachleute heraus.

Auch in anderen Ländern der Welt wird viel Essen weggeschmissen. Dabei gibt es in vielen Gegenden viel zu wenig Nahrung und die Menschen müssen hungern. Das Problem ist nicht neu, aber noch immer nicht so richtig gelöst. Forscherinnen und Forscher und auch andere Menschen brachten das Thema Mitte Januar bei einer Nahrungsmesse in Berlin - der Grünen Woche - wieder auf den Tisch. Sie machten sich dafür stark, dass bei uns weniger Essen in der Tonne landet.

Die Besitzerinnen und Besitzer von Supermärkten müssten umdenken, sagten die Fachleute. Denn da gehe es mit der Verschwendung von Essen oft schon los. In den Märkten werde zum Beispiel oft ein Salat komplett in die Tonne geworfen, nur weil ein einziges Blatt angefault sei. Und schon auf dem Acker würde man etwa krumme Gurken aussortieren.

Aber jeder und jede kann auch bei sich selbst anfangen, weniger Essen wegzuwerfen. Die Fachleute gaben dafür Tipps, zum Beispiel: Joghurt oder Milch nicht wegschmeißen, nur weil das Datum darauf abgelaufen ist, das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Essen kann trotzdem noch gut sein. Oder: Beim Einkaufen daran denken, ob man die Sachen wirklich essen kann und will. Nicht den Kühlschrank vollstopfen, wenn eine Reise ansteht. Und wenn vom Wochenende Essen übrig bleibt, am Montag mal einen Reste-Eintopf kochen.


Müllberge werden kleiner

Wiesbaden (dpa) - Insgesamt machen die Menschen in Deutschland weniger Müll als vor einigen Jahren. Im Jahr 2012 warfen sie rund 36,7 Millionen Tonnen Abfall weg. Eine halbe Million Tonnen weniger als noch ein Jahr davor. Eine Tonne sind 1000 Kilogramm. So viel wiegt manches kleinere Auto.

Es gibt vor allem weniger Restmüll. Die Menschen sortieren Glas, Papier, Biomüll und Verpackungen, so dass ein großer Teil des Abfalls wiederverwertet werden kann. Umweltschützerinnen und Umweltschützer wünschen sich allerdings: Die Menschen sollen den Müll noch besser trennen. Es landet immer noch viel Abfall in der falschen Tonne. Und: Die Leute sollten manche Dinge einfach reparieren - und nicht gleich wegwerfen.
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