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Proteste in Frankreich: Alle hängen vor dem Fernseher

Von: dpa

Meldung vom 11.12.2018

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Paris (dpa) - Zehntausende Menschen im Land Frankreich sind unzufrieden. Deshalb gehen sie seit Wochen immer wieder auf die Straße. Ihr Markenzeichen: gelbe Westen. Ihr Protest richtet sich vor allem gegen die Politik ihres Präsidenten. Der schwieg lange - und hat sich dann doch zu Wort gemeldet.

Am 10. Dezember 2018 hielt der französische Präsident Emmanuel Macron eine Rede, die auf vielen Fernsehsendern übertragen wurde. Überall hörten ihm Menschen zu, zuhause genauso wie im Café und auf der Straße am Smartphone. Macron reagierte mit dieser Rede auf die Proteste im Land.

"Diese Demonstranten sind alle sehr unzufrieden mit der Politik", sagt Sabine von Oppeln. Sie kennt sich gut mit Frankreich aus. Die Gründe für die Unzufriedenheit sind sehr verschieden.

"Viele Menschen denken zum Beispiel, dass sie nicht genug Geld bekommen", erklärt sie. Viele hätten zwar Arbeit, aber sie erhalten dafür nur den Mindestlohn. Also die geringste Bezahlung. Den Mindestlohn fänden viele aber zu niedrig. Auch die Renten für ältere Leute sollten höher sein.

Doch um die Sorgen dieser Leute kümmere sich der Präsident nicht, meinen manche. "Viele glauben, er mache nur Gesetze für reiche Leute und Unternehmen", sagt die Expertin Sabine von Oppeln.

Mehrere Wochen lang hatte Macron kaum etwas zu den Protesten gesagt. Doch die Demonstrationen hörten nicht auf. Es kam sogar zu Gewalt. Nun sagte der Präsident: "Wir wollen ein Frankreich, in dem man würdig von seiner Arbeit leben kann." Deswegen soll der Mindestlohn um 100 Euro pro Monat steigen. Auch für Rentnerinnen und Rentner soll es besser werden.

Viele Menschen lobten, dass Macron die Menschen mit den gelben Westen nun ernst nahm und auf ihre Forderungen einging. Andere, wie die Expertin von Oppeln, meinen: "Es ist ein bisschen spät für diese Antwort." Ob die Demonstrantinnen und Demonstranten mit dem Angebot des Präsidenten zufrieden sind, war zunächst unklar.
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