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Großer Ärger um Reporter-Team, das Demo filmte

Von: dpa

Meldung vom 27.08.2018

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Dresden (dpa) - Sie filmen, fotografieren und schreiben, um andere Menschen zu informieren: Das ist die Aufgabe von Reporterinnen und Reportern. Im August 2018 gab es deshalb riesige Aufregung. Denn bei einer Demonstration in Sachsen wurde ein Reporter-Team an seiner Arbeit gehindert.

Worum geht es bei dem Ärger genau?

Der Hintergrund: Bilder oder Filmaufnahmen von Menschen, die mit Plakaten oder Trillerpfeifen durch die Straßen ziehen, kennt man von Demonstrationen - also wenn Menschen gemeinsam auf die Straße gehen, um auf ein Problem aufmerksam zu machen. Meist machen Reporterinnen und Reporter solche Aufnahmen. Sie wollen allen, die nicht dabei waren, zeigen: Das ist passiert.

So etwas gehört zum Beruf von Reporterinnen und Reportern. Ihre Arbeit ist durch Gesetze geschützt. Diese Gesetze sollen dafür sorgen, dass Reporterinnen und Reporter ohne Einschränkungen arbeiten dürfen. Denn nur so können sie Menschen darüber informieren, was auf der Welt passiert - auch über die Dinge die einige andere vielleicht lieber verschweigen würden.

Um diesen Vorfall geht es konkret: Mitte August 2018 gab es Ärger um den Einsatz eines Reporter-Teams. Das Team hatte bei einer Demonstration in der Stadt Dresden gefilmt. Ein Mann beschwerte sich darüber vor laufender Kamera. Daraufhin kontrollierten Polizistinnen und Polizisten das Reporter-Team, so dass es zunächst nicht weiterarbeiten konnte.

Die Reporter ärgerten sich darüber. Sie sagen: Die Kontrolle dauerte zu lange und einen Grund gab es dafür auch nicht. Schließlich hätten sie nur ihre Arbeit erledigt.

Was sagen Fachleute dazu?

Der Experte Stephan Ory gibt dem Reporter-Team Recht. "Demonstranten gehen in die Öffentlichkeit, weil sie mit ihrem Anliegen gesehen werden wollen", sagt er. Deshalb dürften die Reporter Aufnahmen davon machen. Und auch der Fachmann Nima Mafi-Gudarzi sagt: "Die Reporter sollen auch zeigen, was für Meinungen die Teilnehmer auf einer Demo vertreten. Deshalb dürfen sie zeigen, wie jemand auf die Kamera zugeht und die Arbeit der Reporter kritisiert."

Allerdings sollen sich Reporterinnen und Reporter dabei nicht über einzelne Menschen lustig machen, sagt Stephan Ory. Zum Beispiel jemanden nah zeigen, nur weil er gerade stolpert. Kinder stehen außerdem unter besonderem Schutz. Sie darf man nur in ganz bestimmten Fällen zeigen. Zum Beispiel, wenn sie bei einer Demo für Kinder mitgehen und ein wichtiges Plakat zeigen.

Andere Regeln gelten etwa, wenn Reporterinnen und Reporter in einem Café filmen wollen. Dort sitzen Menschen häufig, um etwas zu essen und zu trinken und nicht, um öffentlich auf ein Problem hinzuweisen. "Deswegen müssen die Personen einwilligen, bevor Reporter sie filmen dürfen", sagt Nima Mafi-Gudarzi.
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