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Straßenhunde in der Ukraine: Operationen retten Hundeleben

Von: dpa

Meldung vom 14.05.2012

Ab Klasse 4  

Quiz von Silke Fokken

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Hamburg (dpa) - Hunde, die auf der Straße leben und kein Zuhause haben - vielen Tierfreundinnen und Tierfreunden tun solche Streuner sehr leid. Viele blicken Mitte Mai 2012 deshalb mit großer Sorge auf die Ukraine. Das ist ein Land im Osten Europas, in dem ebenso wie in Polen, in diesem Sommer die Fußball-Europameisterschaft (EM) stattfinden soll. Und hier gibt es viele Hunde, die auf der Straße leben - aber auch Menschen wie den Tierarzt Amir Khalil.

Amir Khalil ist bei der Tierschutz-Organisation Vier Pfoten aktiv und kümmert sich für diese Organisation zurzeit um Streuner in der Ukraine. Der 48-Jährige erzählt zum Beispiel die Geschichte von einem Hund, der in einem alten, brüchigen Haus in einer ukrainischen Stadt gefunden wurde. Das Tier habe Schaum vor der Schnauze gehabt, berichtet Amir Khalil. "Das bedeutet, dass er vergiftet worden ist." Das Team von Tierretterinnen und Tierrettern habe das Kerlchen zum Glück rechtzeitig gefunden und retten können. Trotzdem klingt es furchtbar, dass ein Hund vergiftet wurde. Wie kann es dazu kommen?

"In der Ukraine sind viele Menschen sehr arm. Viele Leute haben ihre Hunde ausgesetzt, weil sie keinen Tierarzt und kein Futter bezahlen konnten", erklärt Melitta Töller von Vier Pfoten. "Darum müssen die Hunde in den Städten auf der Straße leben. Und weil sie dort Junge bekommen, werden es immer mehr Hunde. Aber zu viele Hunde können krank werden oder Krankheiten übertragen. Und irgendwann finden sie nicht mehr genug zu fressen."

Die Verantwortlichen in den Städten glauben, dass sie das Problem in den Griff bekommen, wenn sie die Tiere töten. Amir Khalil meint: "Jetzt, zur Fußball-Europameisterschaft, wollten die Verwaltungen, dass in den EM-Städten keine Streunerhunde mehr zu sehen sind." Denn das ist keine gute Werbung für die Städte und das ganze Land. Melitta Töller und Amir Khalil glauben, dass der Plan der Stadtverwaltungen nicht funktioniert. Es bleiben immer Hunde übrig, die keine Besitzerin und keinen Besitzer haben und die dann wieder Welpen bekommen, sagen sie.

Tierschützerinnen und Tierschützer haben deshalb eine ganz andere Idee. Sie fangen die Hunde ein und sorgen dafür, dass sie keine Junge mehr bekommen können. Die Hunde müssen dafür operiert werden. So eine Operation heißt Kastration. Und Tierärztinnen und Tierärzte wie Amir Khalil können diese Operation machen. Die Hunde werden noch geimpft und versorgt. Danach werden sie wieder dort freigelassen, wo sie gefangen wurden. Wenn die Tierretterinnen und Tierretter das ein paar Jahre lang machen, gibt es immer weniger Hunde, die Nachwuchs bekommen können. Nach und nach werden es dann insgesamt weniger Hunde auf den Straßen, weil keine neuen mehr geboren werden.
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