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Schulweg in Afrika - zu weit zum Nachause gehen

Von: dpa

Meldung vom 13.08.2018

Ab Klasse 4  

Quiz von Silke Fokken

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Massai Mara (dpa) - Zur Schule gehen - das ist für Kinder in Deutschland die normalste Sache der Welt, für Kinder in Kenia in Afrika beispielsweise aber nicht. Für die 15- jährige Evarlyne ist Unterricht etwas ganz Besonderes. Dafür nimmt sie sogar einen extrem langen Schulweg und andere Probleme auf sich:

Eng gedrängt sitzt Evarlyne mit anderen Schülerinnen und Schülern auf einer Bank. Auf dem kleinen Tisch vor ihr ist kaum Platz für ihre Schulbücher. Außer einer Kreidetafel an der Wand ist das Klassenzimmer karg eingerichtet. Doch das alles ist Evarlyne egal. Denn das Mädchen ist froh, überhaupt in die Schule gehen zu können.

Die 15-Jährige lebt in einem Dorf Kenia in der Nähe des berühmten Nationalparks Massai Mara. Die meisten Menschen in Kenia sind sehr arm. Sie können sich oft die Schulgebühren für ihre Kinder nicht leisten. Außerdem gibt es vor allem auf dem Land nur wenige Schulen.

"Ich muss ungefähr eine Stunde laufen, um die Schule zu erreichen!", erzählt die Achtklässlerin. Evarlyne ist groß und schlank und hat kurze Haare. Wie es in Kenia üblich ist, trägt sie eine Schuluniform: ein blaues Kleid mit einem karierten Kragen. Und Flip-Flops. Denn in Kenia ist es meistens heiß.

Oft übernachtet Evarlyne mit anderen Schülerinnen und Schülern in ihrer Schule, damit sie nicht im Dunkeln nach Hause laufen muss. Das findet das Mädchen aber gut. Denn zu Hause kann sie ihre Hausaufgaben nicht machen. Ihre Familie habe keinen Strom, erzählt sie.

Dass Evarlyne als Mädchen zur Schule geht, ist nicht selbstverständlich. Sie gehört den Massai an. Das ist eine Volksgruppe in Afrika, die vor allem im Süden Kenias lebt. Viele Massai leben noch sehr traditionell. Sie halten Rinder und wohnen in Lehmhütten. Noch immer ist es unüblich, dass Massai an einer Universität studieren oder Jobs außerhalb ihres Dorfes haben. Und Mädchen müssen meist sehr früh heiraten.

Trotz all dieser Hürden geht Evarlyne sehr gerne in die Schule. Sie ist sehr fleißig und lernt viel. Denn das Mädchen hat große Ziele: "Ich will Anwältin werden, damit ich Menschen helfen kann", sagt sie. Doch Evarlynes Zukunft ist ungewiss. Sie weiß nicht, ob sie weiterhin zur Schule gehen kann. Denn nach ihren Prüfungen soll sie auf die Highschool (gesprochen Heiskuul) gehen. Die Gebühren für diese weiterführende Schule sind sehr teuer. Aber ihrer Familie fehlt das Geld. Doch Evarlyne hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es eine Lösung gibt. Schließlich will sie weiterlernen.
Von Gioia Forster, dpa
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