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Hungersnot in Ostafrika bedroht viele Kinder

Von: dpa

Meldung vom 17.07.2011

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Addis Abeba/Nairobi (dpa) - Die Böden sind völlig ausgetrocknet, es gibt kaum Wasser und kaum Lebensmittel: In Ostafrika herrscht die wohl schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Die Folgen sind schrecklich. Millionen Menschen leiden unter Hunger. Unter ihnen sind auch rund 500 000 Kinder, denen der Hungertod droht. Das berichtete Mitte Juli 2011 das Kinderhilfswerk Unicef. Es gehört zu den Vereinten Nationen (UN), einem Bündnis von fast allen Ländern der Welt.

Besonders betroffen von der Trockenheit ist das Land Somalia. Es ist ohnehin eines der ärmsten Länder der Welt. Dort herrscht seit Jahren ein Bürgerkrieg, und die Regierung funktioniert nicht. Auch ohne die derzeitige Dürre haben viele der Einwohner und Einwohnerinnen zu wenig Trinkwasser, Lebensmittel und Medikamente. Jetzt steigen auch noch die Preise für die Lebensmittel, weshalb viele sich nichts mehr zu essen kaufen können. Außer Somalia leiden aber auch Teile der Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia unter der Trockenheit. Millionen von Farmern und Farmerinnen, von Viehhaltern und Viehhalterinnen bräuchten dringend Regen, um überleben zu können.

Viele Tausend Menschen vor allem aus Somalia haben in den letzten Wochen ihre Heimat verlassen, um vor der Trockenheit zu fliehen. Sie ziehen in Flüchtlingslager in den Nachbarländern. Die Geschichten, die sie erzählen, sind furchtbar. So berichtet Judith Schuler, die in Äthiopien für eine Hilfsorganisation arbeitet, von dem Schicksal einer Frau: "Die im achten Monat schwangere Somalierin Fatuma sagte mir, alle ihre 30 Kühe seien der Dürre zum Opfer gefallen. Die junge, hochschwangere Frau war drei Tage auf einem völlig überfüllten Lastwagen unterwegs, um das Nachbarland zu erreichen." Aber die Reise sei ihre einzige Hoffnung gewesen, sonst wären sie und ihr Baby gestorben. Antonio Guterres, der Chef einer UN-Organisation, die sich um Flüchtlinge kümmert, sagt: "Noch nie habe ich in einem Flüchtlingscamp Menschen in einem so verzweifelten Zustand gesehen."

Das Kinderhilfswerk Unicef warnt, dass sich die Lage weiter verschlimmern könnte, wenn nicht schnell mehr Hilfe kommt. Auch Papst Benedikt XVI. (gesprochen der Sechzehnte) mahnte zu schneller Hilfe. Die deutsche Regierung erhöhte ihre Soforthilfe um fünf Millionen Euro. Die Hilfsorganisationen tun, was sie können. Sie verteilen mit Vitaminen angereicherte Lebensmittel an die völlig unterernährten Kinder und geben medizinische Hilfe.

Ein Ende der Dürre ist nicht in Sicht. "Es werden weitere vier oder fünf Monate vergehen, bevor es überhaupt eine Ernte geben kann, wir haben eine Riesenaufgabe vor uns", sagte UNICEF-Direktor Anthony Lake nach einem viertägigen Besuch in Kenia.
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