Gesetz gegen Gaffer: Nicht filmen, sondern helfen!

Von: dpa

Meldung vom 16.05.2016

Ab Klasse 3  

Quiz von Silke Fokken

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Berlin/Hannover (dpa) - Auf der Straße ist ein Unfall. Ein Mensch wurde verletzt und braucht Hilfe. Wenn Leute das sehen und dazukommen, ist eigentlich klar, was zu tun ist: den Notruf wählen, helfen. Aber klappt das immer?

Die meisten Menschen tun genau das Richtige. Sie kümmern sich um die Verletzten und rufen die Polizei und den Rettungswagen. Und so sollte es eigentlich immer sein. "Aber das ist es oft nicht mehr", sagt Mirko Weber. Er arbeitet bei der Feuerwehr in Hannover in Niedersachsen. "Es kommt immer häufiger vor, dass die Leute erst mal ihr Smartphone herausholen und filmen oder fotografieren - anstatt sofort uns anzurufen."

Danach stellen einige Leute die Filme sogar ins Internet. Dort können sich andere Menschen anschauen, wie die Unfallstelle und die Opfer aussehen. Für die verletzten Menschen ist das oft schlimm. Wer will schon so hilflos im Internet zu sehen sein?

Manchmal kommt es sogar vor, dass diese sogenannten Gaffer die Feuerwehrleute und die Polizistinnen und Polizisten bei ihrer Arbeit behindern. Zum Beispiel weil sie am Unfallort im Weg stehen. Oder auf der Autobahn den Weg für den Rettungswagen versperren.

Solche Sachen hat auch Dietmar Schilff schon erlebt. Er arbeitet bei der Polizei in Niedersachsen. "Es ist wichtig, dass wir zum Beispiel schon in Schulen darüber reden. Es muss jedem klar sein: Das geht nicht." Deshalb findet Schilff es gut, dass sich einige Politikerinnen und Politiker für eine neue Regel einsetzen.

Am 13. Mai diskutierten sie in Berlin darüber, ob sie ein Gesetz ändern wollen. Das würde bedeuten, dass Menschen in Zukunft dafür bestraft werden können, wenn sie einen Unfall filmen und Rettungsleute behindern.

"Wenn das Gesetz beschlossen wird, müssen wir schauen: Wie gehen wir damit um?", sagt der Beamte. Denn am Unfallort hätten Polizistinnen und Polizisten ja anderes zu tun, als die Namen von Gafferinnen und Gaffern aufzuschreiben. Am Wichtigsten findet Schilff aber sowieso, dass die Menschen jetzt überhaupt über das Problem sprechen.
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