Das kann doch ChatGPT erledigen

Von: dpa

Meldung vom 27.02.2023

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Berlin (dpa) - Nie wieder Hausaufgaben machen! Das erledigt von jetzt an ein Computerprogramm. So klingt das jedenfalls gerade, wenn Leute über ChatGPT sprechen. Das Sprachprogramm soll unheimlich schlau sein und uns das Schreiben von Texten abnehmen, im Alltag, in der Schule, in der Uni oder im Büro. Doch stimmt das wirklich?

Hinter ChatGPT steckt eine künstlichen Intelligenz (kurz: KI). Von einer KI spricht man, wenn Maschinen lernen können und ihre Fähigkeiten dadurch verbessern. Die Programmiererinnen und Programmierer haben ihre KI mit Millionen Texten gefüttert, etwa aus Büchern, Zeitschriften und Internetseiten.

"Die KI wurde sozusagen in eine Bibliothek geschickt", erklärt Henrik Roth. Er entwickelt selbst eine KI, die Texte erzeugen kann. "Sie hat sich Sprache und Wissen angeeignet und gelernt, wie wir miteinander kommunizieren. Nun hat die Intelligenz ein Verständnis davon, welches Wort mit welcher Wahrscheinlichkeit auf das nächste Wort folgt." Das bedeutet: Die Sprach-KI versteht Sprache nicht so, wie wir es tun. Sie wendet sie nur scheinbar richtig an.

Aber was kann so ein Programm wie ChatGPT dadurch? Fragen wir es doch einfach selbst. Es antwortet: "Ich wurde mit vielen Texten trainiert, um Fragen zu beantworten, Texte zu schreiben, Übersetzungen zu machen und Aufgaben wie Klassifikationen auszuführen." Klassifikation? Die KI erklärt: "Klassifikation bedeutet, Daten in bestimmte Kategorien einzuteilen. Beispielsweise kann ich anhand einer Beschreibung eines Bildes entscheiden, ob es ein Hund oder eine Katze zeigt."

Einige Leute lassen sich von der KI Gedichte schreiben, Märchen erzählen oder Dinge erklären. "Vielleicht werden wir bald lieber eine Sprach-KI fragen als etwas zu googlen", vermutet Henrik Roth.

Eine Menge Schülerinnen und Schüler haben eine Sprach-KI auch schon entdeckt: Sie haben sich ihre Hausaufgaben von ihr schreiben lassen. Inzwischen wissen natürlich auch Lehrerinnen und Lehrer, dass man mit dem Programm schummeln kann. Deswegen arbeiten die Macher von ChatGPT gerade an einem Programm, das die Texte einer Sprach-KI erkennt. Schummeln wäre dann wieder schwieriger.

Vielleicht wird sich durch die KI auch der Unterricht verändern. Lehrkräfte könnten etwa mehr bewerten, wie Schüler einen Text entwickeln anstatt das Ergebnis zu benoten.

Henrik Roth stellt klar: "Die Technik ist hier, um zu bleiben. Wir müssen von nun an lernen, richtig mit ihr umzugehen und sie zu nutzen."
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