Der Herr und die Kinder (Johann Peter Eckermann) - Gedicht aus: Kinderland, du Zauberland - Die schönsten Kindergedichte

Von: Eckermann, Johann Peter; Schneider, Wolfgang (Hrsg.)

2014 marix

ISBN‑10: 3-86539-381-0
ISBN‑13: 978-3-86539-381-4

Ab Klasse 6  

Quiz von Albert Hoffmann

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Bewertung:
Die schönsten Gedichte für und über Kinder: von Johann Wolfgang von Goethe bis Christian Morgenstern und Ernst Jandl, von Wilhelm Busch bis Regina Schwarz und Robert Gernhardt, von Theodor Storm bis Elisabeth Borchers und James Krüss.

Der Herr und die Kinder (Johann Peter Eckermann)

Es war ein Herr, der mochte nicht
Zerlumpte Kinder leiden,
Und wo er lumpige Kinder sah
Da wollt' er neu sie kleiden.

In einem Städtchen kam er an,
Da sah er lumpigen Knaben;
Er rief den Knaben gleich heran:
Neuen Rock sollst du haben.

Der Knabe drauf sich alsobald
Im neuen Rock thut brüsten,
In wie viel andern reget das
Ein hungriges Gelüsten!

Es schaut der Herr zum Fenster hinaus,
Da stehen vor der Thüre,
Mit froher Hoffnung im Gesicht,
Der lumpigen Kinder Viere.

Auch diese Viere kleidet er
Sobald mit neuen Röcken;
In gutem Zeuge, denkt der Herr,
Geht nun der ganze Flecken.

Es schaut der Herr zum Fenster hinaus,
Da sieht er ganzen Klumpen,
Wohl ihrer funfzig sieht er stehn,
Alle in schlechten Lumpen.

Da denkt der Herr, es ist wohl gut
Ich lasse sie lumpig stehen:
Denn wenn ich alle kleiden wollt',
Müsst' ich selber in Lumpen gehen.